Dombauverein plant neue Veranstaltungen: Spenden sollen Reparaturen finanzieren

Fritzlar – Rund um den Fritzlarer Dom sind in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen geplant, mit denen Spenden für den Erhalt des Gebäudes gesammelt werden sollen. Organisiert wird die Reihe vom Dombauverein St. Peter, der vor drei Jahren gegründet wurde. Vorsitzender ist Dompfarrer Patrick Prähler.
„Wir versuchen, mit solchen Aktionen gezielt Mittel für den Domerhalt einzuwerben“, sagt Prähler. Gleichzeitig solle die Reihe auch zeigen, „worum es konkret geht und welche Aufgaben anstehen“. Der Hintergrund sind verschiedene Reparaturen, die am Gebäude notwendig sind. „Man sieht vieles nicht sofort“, sagt Prähler. Hinter der sichtbaren Substanz stehe ein fortlaufender Aufwand. „Es gibt zahlreiche Bereiche, die von außen kaum wahrnehmbar sind, bei denen im Inneren jedoch bereits Handlungsbedarf besteht.
“Zu den aktuellen Themen zählen unter anderem beschädigte Fensterscheiben. Rund um den Dom komme es immer wieder zu Defekten. „Das können Witterungseinflüsse sein, Vogelflug oder andere Einwirkungen“, sagt Prähler. Die betroffenen Scheiben sollen erneuert werden.
Auch am Hochaltar seien Veränderungen festzustellen. „Wir sehen dort Farbveränderungen und Abplatzungen“, sagt Prähler. Ursache sei das Material selbst: „Holz arbeitet, das lässt sich nicht verhindern.“ Zunächst gehe es darum, die betroffenen Stellen zu sichern. „Dann muss entschieden werden, ob und in welchem Umfang restauriert wird.
“Ein weiteres Thema ist die Beleuchtung im Dom. Teile der Anlage seien technisch überholt. „Für einige Systeme gibt es keine Ersatzteile mehr“, sagt Prähler. Deshalb müsse über eine Umrüstung nachgedacht werden. „Wir müssen klären, ob wir das schrittweise angehen oder in einem größeren Zusammenhang erneuern.“ Auch hier sei die Kostenfrage noch offen.
Der Dombauverein greift diese Themen mit seinen Veranstaltungen auf. „Wir wollen das nicht nur intern behandeln, sondern auch nach außen tragen“, sagt Prähler. Ziel sei es, Einblicke zu geben und zugleich Unterstützung zu gewinnen.
Ein Beispiel dafür ist ein Vortrag zur Geschichte Fritzlars um 1600. Ausgangspunkt sind archäologische Funde im Dom. „Bei Ausgrabungen hat man unter anderem einen Degen sowie Knöpfe und Reste eines Gewandes gefunden“, sagt Prähler. Die Funde werden in die Darstellung einbezogen. „Das macht Geschichte greifbar.“ Weitere Veranstaltungen verbinden historische Inhalte mit Musik. Dabei würden unterschiedliche Orte im Dom genutzt. „Der Kreuzgang oder auch der Grashof bringen jeweils eine eigene Atmosphäre mit“, sagt Prähler. Der Eintritt ist frei, im Anschluss werden Speisen und Getränke angeboten. Der Dombauverein bittet dabei um Spenden. „Wir hoffen natürlich, dass etwas zusammenkommt“, sagt Prähler.
Gleichzeitig gehe es darum, den Blick für die Situation zu schärfen. „Der Dom ist nicht einfach gegeben, sondern erfordert kontinuierliche Pflege“, sagt er. Die Veranstaltungen seien ein Weg, diese Arbeit sichtbar zu machen und Unterstützung für die anstehenden Maßnahmen zu gewinnen.JOHANNES SIEBERT
Veranstaltungen
19. April, 16 Uhr, Alte Waage: „Stürmische Zeiten“, Vortrag von Clemens Lohmann über Fritzlar um 1600
21. Juni, 19.30 Uhr, Grashof oder Kreuzgang: „Abendmusik mit Aha Effekt“, Musik und Geschichten aus dem Mittelalter
16. August, 15 Uhr, Dom St. Peter: Konzert des katholischen Bläserchors, „Wir ehren den Heiligen Wigbert“
1. November, 16 Uhr, Alte Waage: „Berühren, Bewahren, Verehren“, Vortrag zur Reliquienverehrung
Quellenangabe: Fritzlar-Homberger Allgemeine vom 18.04.2026, Seite 3